An der Ostseite des Residenzplatzes befindet sich das Salzburger Glockenspiel (Salzburg Museum): Dieses besteht aus 35 Glocken und einem 6,3 Tonnen schweren Spielwerk, das wiederum aus 3.655 Einzelteilen besteht.

Das Glockenspiel ist täglich jeweils um 7.00, 11.00 und 18.00 Uhr zu hören.

 

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Besichtigung

Von Ende März bis Ende Oktober gibt es jeweils an den Donnerstagen um 17:30 Uhr und an den Freitagen um 10:30 Uhr eine Führung zum Antriebsmechanismus und bis hinauf zu den Glocken. Für Gruppen bis 15 Personen können nach Voranmeldung gesonderte Termine vereinbart werden. (Anmeldungen sind an das Salzburg Museum zu richten; E-Mail: kunstvermittlung@salzburgmuseum.at; Telefon: +43/662/620808-722).

Die Anmeldung zur Führung sowie der Beginn der Führung befinden sich beim Eingang zum Panoramamuseum auf der dem Residenzplatz zugewandten Seite der Neuen Residenz.

 


Antriebsmechanismus

Der Antriebsmechanismus befindet sich unterhalb des Glockenspieles im Turm und nimmt dort drei Stockwerke ein.

Der Anschlag der Glocken wird durch eine Messingplatte mit einem Durchmesser von ca. 2,5 Meter gesteuert. In die Löcher dieser Messingplatte können Stifte eingesetzt werden, die über diverse Gestänge und Seilzüge die an den Glocken angebrachten Hämmer steuern. Mit Ausnahme der vier größten Glocken (Baßglocken) befinden sich an jeder Glocke zwei Hämmer, damit die selbe Glock schnell hintereinander angeschlagen werden kann.

Ursprünglich wurde das Glockenspiel durch ein Gewicht an einer Seilrolle, übersetzt durch mehrere Zahnräder, angetrieben. Dabei mußte das Gewicht jedesmal per Hand wieder in die Höhe gezogen werden.
1969 wurde der mechanische Antrieb durch einen Elektromotor ersetzt.

Und seit der Restaurierung 2009/2010 ist der Betrieb des Glockensiels entweder elektrisch oder auch wieder mechanisch möglich.


Geschichte

 

Errichtung

Die östlich des Residenzplatzes gelegene neue Residenz ließ Erzbischof Wolf Dietrich errichten, der Baubeginn war im Jahre 1588.

Erzbischof Johann Ernst Graf Thun (1687–1709) kaufte 1695 die Glocken vom Antwerpener Glockengießer Melchior de Haze. Als Standort für das aus den Glocken zu errichtende Glockenspiel wurde Turm der Neuen Residenz festgelegt, der für die Unterbringung des Glockenspiels erhöht wurde.

Unter der Führung des Salzburger Großuhrmachermeister Jeremias Sauter wurde der Antriebsmechanismus für das Glockenspiel errichtet. Ende 1703 konnte das Glockenspiel das erste Mal erklingen.

1873 baute der Uhrmacher Johann Baptist Fischer ein neues Uhrwerk ein, mit dem es auch möglich war, das Glockenspiel in Gang zu setzen.

 

Renovierung

In den Jahren 2009 bis 2010 erfolgte eine umfassende Renovierung des Glockenspiels: Dazu wurde der Antriebsmechanismus in ca. 3.500 Einzelteile zerlegt und gemeinsam mit den Glocken nach Wien transportiert. Dort erfolgte in ungefähr 7.500 Arbeitsstunden die Restaurierung sowohl der Glocken als auch des Antriebsmechanismus.
Im Herbst 2010 konnte das restaurierte Glockenspiel wieder in Betrieb genommen werden.

Seit der Restaurierung ist der mechanische Antrieb des Glockenspieles wieder funktionstüchtig, so daß das Glockenspiel nunmehr entweder elektrisch oder mechanisch betrieben werden kann.

Die Kosten der Restaurierung beliefen sich auf ca. EUR 400.000,–.